Medair verteilt Hygienesets im sudanesischen Bundesstaat Khartum, um vertriebenen Familien bei der Bekämpfung der Cholera und dem Schutz ihrer Kinder während der Krise zur Seite zu stehen.
24,6 Millionen Menschen, fast die Hälfte der sudanesischen Gemeinschaften, leiden unter akuter Ernährungsunsicherheit. Die Familien sind in Notunterkünften zusammengepfercht oder wohnen bei Verwandten in bereits überfüllten Haushalten. Die Hygienebedingungen sind schwierig. Sauberes Wasser ist ein Luxus, den sich viele nicht leisten können.
Als der Konflikt in Khartum eskalierte, musste auch Samira* mit ihren sieben Kinder fliehen. "Wir haben auf der Straße geschlafen. Ich hatte Angst um das Leben meiner Kinder. Als die Kämpfe in Khartum Anfang des Jahres nachließen, konnte die Familie zu Verwandten zurückkehren", erinnert sich Samira. Doch die Lebensumstände waren nach wie vor katastrophal: Es gab kaum Lebensmittel, die Märkte waren geschlossen, und die Familien waren anfällig für Krankheiten. "Ich hatte keine Bleibe für meine Kinder und auch nicht das Geld, um nach Hause zurückzukehren", erinnerte sich Samira. „Meine Familie zu ernähren ist die größte Herausforderung."
Samiras* Kampf ist bei weitem kein Einzelfall. Im ganzen Sudan sind Millionen von Familien täglich mit ähnlichen Sorgen konfrontiert. Lebensmittel sind durch den Zusammenbruch der Märkte beinahe unerschwinglich geworden. Armut ist weit verbreitet, Eltern haben wenig Optionen.
Der Sudan ist mit der weltweit größten Vertreibungskrise konfrontiert: Mehr als 10 Millionen Menschen wurden aus ihren Häusern vertrieben. Die Familien leben in überfüllten Unterkünften, die Hygienebedingungen sind prekär. Sauberes Trinkwasser und sanitäre Anlagen sind kaum vorhanden.
Diese Umstände haben einen schweren Choleraausbruch begünstigt. Rund 100.000 Verdachtsfälle wurden bereits gemeldet. Cholera ist eine wässrige Durchfallerkrankung, verursacht durch eine Infektion des Darms. Sie breitet sich dort schnell aus, wo Familien kein sauberes Trinkwasser haben oder wo menschliche Fäkalien Flüsse und Oberflächenwasser verunreinigen. Für Kinder kann die Krankheit unbehandelt innerhalb weniger Stunden tödlich sein.
„Früher haben wir Wasser nur aus dem Fluss geholt. Jetzt haben wir Wasserkanister und Seife und ich kann meine Kinder waschen. Mit den Wasserreinigungstabletten kann ich in der Regenzeit das Trinkwasser reinigen."
Im Bundesstaat Khartum sind die Familien besonders gefährdet. Durch den Konflikt wurden die Wassersysteme beschädigt. Haushalte waren gezwungen, Wasser aus dem Nil zu schöpfen. Saisonale Überschwemmungen haben darüber hinaus das Oberflächenwasser in vielen Teilen des Landes verunreinigt, wodurch sich die Cholera noch schneller ausbreitet.
Samira* sorgte sich ständig, dass ihre Kinder erkranken könnten. „Der Konflikt erschwert unser Leben, weil Märkte und Gesundheitseinrichtungen geschlossen sind", erklärt sie. „Ich tue mein Bestes, um für meine Kinder zu sorgen und sie in Sicherheit zu bringen." Ihre durch Hunger und Armut ohnehin schon geschwächte Familie war einem enormen Krankheitsrisiko ausgesetzt.
Um die Ausbreitung der Cholera zu verhindern, hat Medair im Bundesstaat Khartum Hygienesets bestehend aus Kanistern, Wasserreinigungstabletten und Seife an 11 900 Menschen wie Samira* verteilt. Mit diesen Kits können Familien Wasser sicher aufbewahren, trinkbar machen und zum Händewaschen verwenden.
Die Familien erhielten auch Schulungen in Gesundheit und Hygienefragen. Ziel war, dass sie verstehen, wie sich Cholera ausbreitet und wie man ihr vorbeugen kann. Einfache Dinge wie Wasser Abkochen, Händewaschen und ordnungsgemäße Abfallentsorgung können bei Choleraausbrüchen Leben retten.
„Früher haben wir Wasser nur aus dem Fluss geholt", sagt Samira*. „Jetzt haben wir Wasserkanister und Seife und ich kann meine Kinder waschen. Mit den Wasserreinigungstabletten kann ich in der Regenzeit das Trinkwasser reinigen."
Ein Medair-Mitarbeiter, der bei den Verteilungen anwesend war, berichtete: „Die Zufriedenheit und Erleichterung in ihrem Gesicht waren bemerkenswert." Für Samira* bedeutete die Unterstützung mehr als praktische Hilfe. Sie beruhigt sie ungemein. „Ich bin erleichtert", sagt sie. „Medair hat nicht gelogen. Sie haben uns registriert, und innerhalb von zwei Tagen erhielten wir die versprochenen Hilfsgüter. Das ist das erste Mal, dass ich das erlebe."
Für eine Mutter von sieben Kindern, die Vertreibung, Hunger und die ständige Bedrohung durch Konflikte und Krankheiten ertragen musste, hat diese Unterstützung das Leben verändert. Sie konnte ihren Kindern sauberes Wasser zu trinken anbieten. Damit war die Wahrscheinlichkeit, dass die Cholera ihr Zuhause erreichte, deutlich geringer.
Dank der Unterstützung von Spenderinne und Spendern können wir Familien im Sudan helfen, vor Cholera schützen und ihnen die nötigen Werkzeuge an die Hand geben, die Krise in Würde zu überstehen. Ohne Hygienesets und Aufklärung wären Familien wie die von Samira* wesentlich anfälliger für die Krankheit.
Doch der Bedarf ist nach wie vor immens. Millionen weiterer Familien sind den gleichen Risiken ausgesetzt. Der Choleraausbruch breitet sich weiterhin in überfüllten Notunterkünften aus. Aus einem Fall werden dann schnell Dutzende. Mit nachhaltiger Unterstützung kann Medair mehr Menschen erreichen, die Hilfe ausweiten und die Gesundheitssysteme stärken.
Hilfe, die ankommt – Erfolgsgeschichten aus dem Sudan