Die Zahl der Geflüchteten sinkt erstmals seit zehn Jahren. Warum das trotzdem kein Grund zur Freude ist.
Zwar ist erstmals seit zehn Jahren die Zahl von Flüchtlingen und Vertriebenen gesunken, allerdings erfolgte die Rückkehr in die Heimat nach Angaben des Flüchtlingshilfswerk UNHCR oftmals unfreiwillig. Insgesamt 117,8 Millionen Menschen sind laut aktuellem Bericht auf der Flucht. Das sind 5,4 Millionen weniger als Ende 2024.
Die Entwicklung sei vor allem auf eine starke Zunahme der Rückkehr von Flüchtlingen und Binnenvertriebenen nach Afghanistan, der Demokratischen Republik Kongo, in den Sudan sowie nach Syrien zurückzuführen. So habe unter anderem Pakistan im vergangenen Jahr Millionen Afghanen, die teils seit Jahren in dem Land lebten, zur Rückkehr gezwungen.
UNHCR-Chef Barham Salih sagte, dass die Menschen dabei in Länder oder Regionen zurückkehrten, „in denen Unsicherheit anhält, in denen die Infrastruktur beschädigt ist und der Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen sowie zu wirtschaftlichen Chancen nach wie vor stark eingeschränkt sind“.
Medair ist allen genannten Ländern im Einsatz, um den Menschen in der Not zu helfen.
UNHCR-Chef Salih bezeichnete es als das wichtigste Ziel, den Frieden in den Heimatländern von Flüchtlingen wiederherzustellen.
Mehr als ein Drittel aller Flüchtlinge und Vertriebenen lebten in sechs Ländern. Fast die Hälfte aller Binnenvertriebenen weltweit lebten in fünf Staaten, die meisten mit 9,1 Millionen im Sudan. Mehr als 70 Prozent aller Flüchtlinge weltweit stammten ebenfalls aus sechs Ländern: Afghanistan, Südsudan, Sudan, Syrien, der Ukraine und Venezuela.
Rund 70 Prozent der weltweit geflüchteten Menschen leben nach UNHCR-Angaben seit fünf Jahren oder länger im Exil und haben wenig Aussicht darauf, dass die Probleme, die sie zur Flucht gezwungen hatten, gelöst würden.
"Viele der Rückkehrbewegungen fanden jedoch nicht unter sicheren und stabilen Bedingungen statt, sondern unter verschiedenen Formen von Druck"
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