Medair-Mitarbeiterin Naomi berichtet über den Alltag der notleidenden Menschen und der humanitären Helfenden in der Ostukraine. Ihre Gedanken und Erlebnisse notiert sie in einem Luftschutzkeller, 20 Kilometer von der Front entfernt. Sie offenbaren die Folgen des schrecklichen Krieges.
„Von diesem Schutzraum aus ist die Realität des Krieges unerbittlich. Was mit Schocks und plötzlichen Eskalationen begann, ist zu einem Krieg der Ausdauer geworden. Die monatlichen Raketen- und Drohnenangriffe sind von etwa 1000 im August 2024 auf 5200 im Dezember 2025 gestiegen.
Dies ist der kälteste Winter seit Jahren, mit Temperaturen von bis zu -19 °C. Die Heizungen fallen aus. Die Nächte sind lang und eiskalt, unterbrochen nur vom mechanischen Summen der Drohnen und dem entfernten Dröhnen der Raketen.
Kürzlich traf ich eine junge Familie in einem ehemals besetzten Dorf im Nordosten der Ukraine. Ihr Haus ist beschädigt, steht aber noch. Sie haben repariert, was sie konnten, und den Rest verbarrikadiert.
Mit kleinen Kindern, darunter ein Neugeborenes, sind ihre Hoffnungen einfach: Sicherheit und eine Zukunft. „Wir wollen ein gutes und sicheres Leben für sie“, sagte mir die Mutter.
Einige Tage später weckte mich ein schwerer Raketenangriff. Das Gebäude bebte und Angst überkam mich. Ich dachte an diese Familie – Eltern, die ihre Kinder beruhigen, die nichts als Krieg kennen und deren Erschöpfung von Tag zu Tag größer wird.
Der Preis des Krieges
Das ist der Preis des andauernden Krieges: der stetige Verlust von Sicherheit und Stabilität. Kinder zeigen Angstzustände und Entwicklungsverzögerungen. Erwachsene sind erschöpft. Ältere Nachbarn sitzen allein in eiskalten, beschädigten Häusern.
Der Winter verstärkt jede Schwäche. Ein zerbrochenes Fenster wird zu einem Gesundheitsrisiko, ein beschädigtes Dach zu einer Krise. Krankenhäuser werden mit Generatoren betrieben. Familien schlafen in ihren Mänteln. Das Durchhalten wird immer schwieriger.
Heute besteht humanitäre Hilfe in der Ukraine nicht nur aus Nothilfe, sondern aus nachhaltiger Unterstützung, die Familien dabei hilft, durchzuhalten.
Zwischen Stromausfällen und Luftangriffsalarm geht das Leben weiter. Kinder lernen lesen. Nachbarn reparieren gegenseitig ihre Dächer. Familien feiern Geburtstage. Weiterzumachen ist keine Wahl – es ist eine tägliche Tortur. Diese Familien verlangen nichts Außergewöhnliches, sondern nur die Chance, eine normale Zukunft zu bewahren."
Das Projekt in Ukraine wird u.a. unterstützt durch
„Dies ist der kälteste Winter seit Jahren, mit Temperaturen von bis zu -19 °C. Die Heizungen fallen aus. Die Nächte sind lang und eiskalt, unterbrochen nur vom mechanischen Summen der Drohnen und dem entfernten Dröhnen der Raketen.“
Hilfe, die wirkt – unser Einsatz in der Ukraine