26 Millionen
Menschen brauchen humanitäre Hilfe.


mehr als 1 Million
Kinder sind akut unterernährt.


mehr als sechs Millionen
Binnenvertriebene im Land.

Humanitäre Krise im Kongo

Nach dem vorläufigen Ende der Kämpfe in Goma im Osten der Demokratischen Republik Kongo bleibt die humanitäre Lage für die Menschen in und um die Stadt dramatisch.

Doch die Möglichkeiten, adäquat zu helfen, sind aktuell stark eingeschränkt. Es ist sehr schwierig, Grundnahrungsmittel, dringend benötigte Medikamente und chirurgisches Material für die überlasteten, noch funktionierenden Kliniken zu finden, da viele Lagerhäuser von Medair und anderen Hilfsorganisationen geplündert oder zerstört wurden.

„Derzeit sind wir nicht in der Lage, schnell Medikamente von außerhalb des Landes zu beschaffen. Deshalb müssen wir bei zertifizierten lokalen Lieferanten innerhalb der Demokratischen Republik Kongo einkaufen. Und dafür benötigen wir private finanzielle Mittel“, erklärt ein Medair-Mitarbeiter Jean*.

Fast eine Woche lang gab es in der Stadt keinen Strom und kein Wasser. Zwar wurde die Versorgung in einigen Teilen von Goma wiederhergestellt, doch bis heute hat der Großteil der Bevölkerung keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. „Die Menschen sind gezwungen, sich direkt mit unbehandeltem Wasser aus dem Kivu-See zu versorgen“, berichtet Ruth*, lokale Gesundheitsberaterin bei Medair im Kongo. In dieser Notsituation können sich Tausende Menschen mit der Cholera infizieren. Erste Fälle der Krankheit wurden bereits gemeldet.

Noch immer liegen in der Stadt die leblosen Körper der Opfer der Auseinandersetzungen auf der Straße. Neben den psychologischen Folgen für die Überlebenden birgt auch dies ein großes Gesundheitsrisiko.

Die Einrichtungen und Lager für Binnenvertriebene, die um Goma herum Geflüchteten aus anderen Konfliktgebieten des Kongo Zuflucht geboten hatten, wurden aufgelöst. Erneut sind Hunderttausende auf der verzweifelten Suche nach einer sicheren Unterkunft, Nahrung und sauberem Trinkwasser. Darunter befinden sich auch Mpox-Patienten, die aus den Gesundheitszentren in den Lagern geflohen sind.

„Die Frauen in den Flüchtlingsunterkünften baten uns, ihre Kinder zu nehmen und sie aus der Gefahr zu bringen. Wenn die einzige Hoffnung einer Mutter darin besteht, ihr Kind in die Arme eines Fremden zu legen, können wir nicht wegsehen“, berichtet ein lokaler Mitarbeiter von Medair.

Auch wenn sich die Hilfe schwierig gestaltet, engagiert sich Medair weiterhin für die Menschen im Osten des Kongo. So beginnen wir nächste Woche mit der WASH-Cholera-Prävention und hoffen, innerhalb von zwei Wochen mit einem neuen Medikamentenvorrat starten zu können.

Unterdessen rief der humanitäre Koordinator in der Demokratischen Republik Kongo Bruno Lemarquis die internationale Gemeinschaft auf, ihre Unterstützung angesichts der sich verschlimmernden humanitären Krise zu verstärken. „Die Akteure der humanitären Hilfe sind weiterhin vor Ort und bereit, ihre Hilfe zu verstärken. Doch ohne angemessene Mittel droht sich die derzeitige Krise noch weiter zu verschärfen. Sofortiges Handeln ist unerlässlich.“

Unterstützen Sie uns bitte dabei, den Menschen im Kongo zu helfen!

(*Namen aus Sicherheitsgründen geändert)

 

Hintergrund

Im zweitgrößten Staat Afrikas erleiden die rund 90 Millionen Einwohner eine langanhaltende Krise. Seit über 25 Jahren führen besonders im Osten bewaffnete Konflikte immer wieder zu Massenvertreibungen. Armut, Unterernährung und Krankheitsausbrüche zählen zu den schwerwiegendsten Folgen für die notleidenden Menschen.

Weit über die Hälfte der Kongolesen lebt inzwischen unterhalb der Armutsgrenze. Insgesamt sind mehr als 26 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die Zahlen der akut unterernährten Kinder und Schwangeren sind alarmierend hoch.  Gesundheitskrisen durch Ausbrüche von Cholera, Masern, Ebola und aktuell Mpox bleiben eine ständige Bedrohung.

Durch das geringe Medieninteresse ist die Krise weltweit in Vergessenheit geraten. Zu wenig Hilfe erreicht die Menschen im Kongo.

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Schnell reagieren

Wir beobachten Krisensituationen und -anzeichen genau. Tritt ein Ereignis ein, beurteilen wir vor Ort die Bedürfnisse der Betroffenen und starten jeweils optimal darauf abgestimmte Nothilfemaßnahmen.


Gesundheit & Ernährung

Wir unterstützen örtliche Kliniken und kümmern uns um hochwertige medizinische Leistungen für die gefährdetsten Patienten. Wir helfen denen, die Unterstützung benötigen – ob sie dafür bezahlen können, oder nicht. Dabei konzentrieren wir uns auf Gesundheitseinrichtungen in besonders schwer betroffenen Regionen, wo der Bedarf aufgrund von Krankheitsausbrüchen und Massenvertreibungen speziell hoch ist.


Wasser, sanitäre Anlagen, Hygiene (WASH)

Medair setzt sich in Dorfgemeinschaften, Schulen und Kliniken für eine Verbesserung der Wasserversorgung, der sanitären Einrichtungen sowie der Hygiene ein. Dies ist von entscheidender Bedeutung für die Kliniken und die Sicherheit ihrer Patienten. Auch kann damit das Risiko der Ausbreitung tödlicher, aber vermeidbarer wasserübertragener Krankheiten wie Cholera und anderen Durchfallerkrankungen verringert werden.


Infrastruktur

Darüber hinaus unterstützen wir Gesundheitseinrichtungen durch die Sanierung oder den Umbau von Infrastrukturen wie Entbindungsstationen oder den Anbau von Behandlungszimmern.

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388.873

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*Jahresbericht 2023

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