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Schwangere Frauen auf der Flucht sind äußerst gefährdet. Sie benötigen in besonderem Maße unsere Fürsorge und unseren Schutz. Eine sichere Entbindung im Krankenhaus ist in vielen Ländern gerade für Geflüchtete sehr teuer. Geld, das sie schlichtweg nicht haben. Wir geben daher unser Bestes, damit Frauen die Geburt ihres Babys nicht allein durchstehen müssen – wie Meysa, die aus Syrien ins Nachbarland Jordanien geflohen ist.

Ihre Heimat ist für Meysa derzeit unerreichbar. Mit ihrem Baby lebt sie jetzt in einem zugigen Zelt in Jordanien.

“Bei meiner ersten Schwangerschaft war ich sehr jung und hatte eine Fehlgeburt. Bei Rayan war ich 18 Jahre alt. Doch er kam zu früh zur Welt”, erzählt Meysa. “Anderthalb Monate lag er auf der Station für Frühgeborene. Ich konnte nicht bei ihm sein, ihn stillen und hatte Angst um ihn. Jetzt ist er endlich bei mir. Er schläft viel, aber er lebt. Ohne die gute Versorgung im Krankenhaus wäre er vielleicht auch gestorben.“

Ihre Heimat ist für sie derzeit unerreichbar. Meysa und ihr Mann flohen aus dem syrischen Hama nach Amman in Jordanien – acht Autostunden entfernt. Sie leben jetzt in einem zugigen Zelt. Die hygienischen Umstände sind schon für Erwachsene schlecht: Für ein Neugeborenes unhaltbar. Die Rechnung für die Frühgeborenenstation ist hoch. Wer leiht ihnen so viel Geld? Werden sie des Landes verwiesen, wenn sie nicht zahlen können? Das junge Glück ist überschattet.

Über 650.000 aus Syrien Geflüchteten bietet der kleine Wüstenstaat Jordanien Zuflucht. Die meisten leben im Land verstreut in gemieteten Zimmern, auf Dächern, in Rohbauten oder geduldet von Landbesitzern in Zelten. Ihre Lebensumstände sind katastrophal: Viele arbeiten illegal unter ausbeuterischen Bedingungen und sind horrend verschuldet. 93 Prozent leben unterhalb der Armutsgrenze. Für den Arztbesuch fehlt ihnen das Geld. Statt Schwangerenversorgung, Medikamente oder dringende Operationen haben Miete und Essen Vorrang. Auch viele Jordanier sind bitterarm.

Dort, wo die größte Not herrscht, unterstützt Medair extrem bedürftige Familien in einem Gesundheitsprogramm auch mit Geldleistungen – genannt Cash-for-Health. Damit können sie Entbindungen und dringende Operationen bezahlen und bleiben vor höherer Verschuldung und dessen Konsequenzen bewahrt. Zudem werden lokale Krankenhauskapazitäten genutzt und einheimische Mitarbeitende ausgebildet – ein Gewinn für Jordanien.

Health Officer Leema besucht Familien und erkundet ihren Bedarf an Hilfe. Auch Meysa wurde geholfen.

Mit einem ersten Besuch von Medair kommt für Meysa auch Hoffnung in ihr Zelt. Ein seit Langem seltenes Gefühl. Es ist neu für sie, dass sich jemand um sie sorgt. „Das Krankenhaus fragte uns, ob wir die Behandlungskosten für Rayan mittragen können“, erklärt Leema, Health Officer bei Medair in Jordanien. „Nun prüfen wir, wie wir am besten unterstützen können. Uns fehlen die Mittel, jeder Familie zu helfen. Deshalb konzentrieren wir uns auf die Bedürftigsten.“

Bei ihrem Besuch stellt Leema fest, dass die Familie extrem verarmt ist, kein Einkommen, keine Reserven hat und bislang keinerlei Unterstützung erhielt. Leema nimmt auch die GPS-Koordinaten des Zeltes auf. Jetzt hat die Familie eine „Adresse“ und andere Helfer können sie ebenfalls finden.

Das Auswärtige Amt fördert seit Januar 2018 unser Gesundheitsprogramm in Jordanien. Geflüchtete mit Geldleistungen zu unterstützen, ist ein zentraler Baustein der Krisenhilfe in Jordanien. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen schätzt die Art, wie Medair diese Hilfe effektiv und in hoher Qualität leistet, die Bedürftigsten identifiziert und den Projekterfolg kontrolliert.

Herzstück des Projektes bilden freiwillige syrische und jordanische Helfer – zumeist Frauen, die Medair zuvor gründlich schulte. Sie besuchen in ihrem Wohnviertel Flüchtlingsfamilien, sensibilisieren für gute Hygiene und vermeidbare Krankheiten, achten besonders auf schwangere Frauen oder Neugeborene. Immer wieder stoßen sie dabei auf Menschen wie Meysa, die die Entbindung, die Kosten für einen Kaiserschnitt, eine dringende Operation oder Notfallbehandlung nicht aufbringen können: Diese Fälle melden sie an ihren Medair-Ansprechpartner. Sorgfältig und auf mehreren Ebenen prüft Medair dann, ob entweder ein Betrag für eine normale Entbindung gezahlt oder die Krankenhausrechnung direkt von Medair beglichen werden kann.

"Vielen Dank, dass ihr uns besucht habt. Mein größter Wunsch ist, dass Rayan gesund wird und er in unserer Heimat aufwächst. Heimat ist etwas Kostbares. Wir sehnen uns danach. " Meysa aus Syrien

Wir geben weltweit weiterhin unser Bestes, lebensrettende Hilfe zu leisten – um Müttern Hoffnung zu geben, ihre Würde zu bewahren und ihre Überlebenschancen zu verbessern.

Besonders danken wir dem Auswärtigen Amt, Berlin und unserem Unternehmenspartner der iiM AG, Suhl für die Unterstützung dieses Gesundheitsprogrammes in Jordanien.


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