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Zwei lange Jahre kämpfte Somalia mit einer verheerenden, nicht enden wollenden Dürreperiode.

Dann setzte plötzlich der Regen ein – und zwar so heftig, dass Flüsse stark anstiegen und über ihre Ufer traten. In einigen Gebieten zerstörten die Fluten Ackerland, Infrastruktur und Strassen. Seit Anfang Jahr wurden bereits Tausende, teils mit den Überschwemmungen in Verbindung stehende Fälle von Durchfallerkrankungen, Cholera, Malaria und Masern gemeldet.

Medair sandte ein Nothilfeteam (ERT) in ein Gebiet, in dem sich Cholera stark ausgebreitet hatte, in einen so genannten Hotspot. Das erklärte Ziel: weiteren Schäden vorbeugen und Menschenleben retten. Yusuf war mit dabei. Der Landwirt und dreifache Vater hilft auf freiwilliger Basis aus, um die Gesundheit und Hygiene von Familien in seiner Gemeinde zu verbessern. „Die heftigen Regenfälle machten Strassen unpassierbar, Ackerland wurde überschwemmt“, erinnert sich Yusuf.

"Viele von uns machten sich grosse Sorgen." Yusuf

Per Boot erreichte das ERT-Team das Dorf und führte erstmal mit den ältesten Bewohnern eine Bedarfsanalyse durch. Das Medair-Team füllte mit Yusufs Hilfe 5000 vom Welternährungsprogramm bereitgestellte Sandsäcke. So wurden an strategischen Stellen entlang der Flüsse Dämme errichtet, um Überschwemmungen vorzubeugen. Innerhalb von fünf Tagen entstanden 29 solcher Dämme. Gleichzeitig wurden Familien über Gesundheits- und Hygienethemen informiert und darüber aufgeklärt, wie sie sich bei Überschwemmungen verhalten sollen.

Zudem sollte die Gemeinschaft vor tödlichen, wasserbedingten Krankheiten geschützt werden. Deshalb stellten wir mehr als 1000 Familien auf Kanistern angebrachte Wasserreinigungsfilter zur Verfügung. Jede Familie erhielt einen weiteren Kanister zum Sammeln und Speichern von Trinkwasser.

Trotz der verheerenden Schäden, die die Fluten anrichteten, hegen viele Gemeinschaften grosse Hoffnung. Nach der schweren Dürre könnte der massive Niederschlag dieses Jahr eine reiche Ernte nach sich ziehen – Erträge, auf die sämtliche Familien dringend angewiesen sind. In Yusufs Dorf werden die Menschen sich mit dem Anbau noch gedulden müssen, bis der Wasserspiegel endgültig gesunken ist. Dadurch verschiebt sich ihre Ernte um ganze zwei Monate nach hinten. Die magere Jahreszeit wird sich hinziehen, und darauf muss Medair sich einstellen: Erwartungsgemäss werden mehr Menschen als sonst an Unterernährung leiden und eine Behandlung benötigen.

Auch Yusuf ist nach der zweijährigen Trockenzeit guter Dinge. Auch er hofft auf eine erfolgreiche Ernte. Er sagt: „Schon bald werden wir unser Ackerland bestellen. Wir sind zuversichtlich, dass unsere Felder uns dieses Jahr mit vielen verschiedenen Lebensmitten versorgen werden.“

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Seit 2008 arbeitet Medair in Somalia. In enger Zusammenarbeit mit vier lokalen NGOs lindern wir Leid mit unseren Projekten im Bereich Gesundheit, Ernährung und WASH. Unser Nothilfeteam reagiert auf Krankheitsausbrüche, unterstützt Behandlungszentren und hilft den Gemeinden mit Nothilfegütern, Hygieneförderung und Hygieneschulungen für medizinisches Personal.

 

 

 

 

Aktuell unterstützen wir zwölf Spitäler. Dazu gehören Entbindungsstationen, die rund um die Uhr geöffnet sind. Auch versorgen wir Gemeinschaften mit Leistungen im Bereich Gesundheit, Ernährung und WASH. Unsere Kernkompetenz ist einerseits die Verbesserung der Qualität in Gesundheitseinrichtungen und andererseits die Ausbildung und Betreuung von Freiwilligen auf Gemeinschaftsebene. Ziel ist, eine Verhaltensänderung in den Dörfern herbeizuführen.

Die verschiedenen Aktivitäten beeinflussen einander positiv und führen dazu, dass von Gesundheitseinrichtungen angebotene Dienstleistungen rege in Anspruch genommen werden. Zudem wird gesundes Verhalten wie das ausschliessliche Stillen gefördert und sichergestellt, dass Kinderkrankheiten in ländlichen Gebieten schneller und einfacher behandelt werden können. In Somalia arbeiten rund 1000 Menschen wie Yusuf in Medair-Projekten als freiwillige Gesundheitsförderer.

Die Arbeit von Medair in Somalia wird ermöglicht von der Glückskette, TEAR (AU), der US-Agentur für Internationale Entwicklung, dem Welternährungsprogramm, UNICEF sowie grosszügigen privaten Spenderinnen und Spendern.

Die Inhalte dieses Artikels stammen von Mitarbeitenden von Medair in den Einsatzgebieten sowie am internationalen Hauptsitz. Die geäusserten Meinungen entsprechen ausschliesslich jenen von Medair und damit nicht unbedingt dem offiziellen Standpunkt anderer Hilfsorganisationen.