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Die Krise im Nordosten von Syrien führt zu einer neuen Flüchtlingswelle. Mehr als 14.000 Syrer sind seit Anfang Oktober 2019 vor den anhaltenden Militäroperationen ins Nachbarland Irak geflüchtet. Bis auf weniger persönliche Dinge mussten sie ihr ganzes Hab und Gut zurücklassen. Weitere Zehntausende Menschen werden erwartet.

Medair entsendete ein Nothilfe-Team in die Grenzregion im Irak.

Im Bezirk von Dohuk behandeln Helfer ankommende Flüchtlinge. Jeden Tag erreichen weitere Menschen das Grenzgebiet im Irak. Nach tagelangen Fußmärschen sind sie müde, geschwächt und haben oft starke Schmerzen. Nach Schätzungen des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) sind 75 Prozent der Geflüchteten Frauen und Kinder. Medair ist derzeit eine von zwei Hilfsorganisationen, die syrische Flüchtlinge entlang der irakischen Grenze mit Hilfsleistungen versorgt.

Familien wurden auf der Flucht getrennt. Die Menschen haben zumeist alles zurücklassen müssen. Sie besitzen nur das, was sie in einem Rucksack oder kleinen Reisetaschen unterbringen konnten. Der kalte Winter naht. Den Geflüchteten steht eine schwierige Zeit bevor.

Das Ehepaar Sinu und seine Frau Nijot erzählt: “Unser Dorf wurde bombardiert. Wir saßen gerade mit anderen Verwandten in unserem Haus zusammen. Schnell rannten sie raus und flüchteten aus dem Dorf. Wir warteten noch ab. Als die Bombenangriffe nicht aufhörten, mussten auch wir weg. Im Irak sind wir sicher. Von den anderen haben wir nichts mehr gehört. Ob sie noch am Leben sind? Wir wissen es nicht.”

Einige Familien mussten schon mehrfach fliehen, weil sie nirgends einen sicheren Zufluchtsort finden konnten und sie die Gewalt immer wieder einholte. So auch Layla und Razum, die zum dritten Mal in Folge auf der Flucht sind. Mit dem knapp zweijährigen Sohn Jude auf dem Arm und der dreijährigen Tochter Haifa an der Hand überquerten Razum und Layla die Grenze in den Irak. Vor der Krise arbeitete Layla in Nordostsyrien als Mathematiklehrerin. Ihr Mann half während seines Ingenieurstudiums in einer Zahnarztpraxis aus. “Uns ist bewusst, dass wir nicht wieder zurückkehren würden”, sagt Layla. Kurz nach der ersten Flucht kam ihr Sohn Jude zur Welt. Seine Geburt war ein großes Geschenk: “Sie hat uns Hoffnung gegeben”, so Layla. “Wir versuchen, die Situation so gut es eben geht zu bewältigen. Aber wir werden aufgrund der Gewalt immer wieder vertrieben.”

“Schon unsere erste Flucht war extrem hart”, sagt Razum. “Und mit jedem Mal werden die Schmerzen unerträglicher. Ich hoffe so sehr, dass wir im Irak endlich einen sicheren Zufluchtsort für unsere Kinder finden.”

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