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Juba, Südsudan. 16. April 2019. Bereits in den ersten vier Monaten dieses Jahres wurden im Südsudan mehr Masernfälle registriert als 2018. Bis Mittwoch 10. April wurden insgesamt 11 Ausbrüche und vier Todesfälle bestätigt. Bei zwei weiteren Todesfällen handelt es sich um Verdachtsfälle. Eine für Anfang Jahr geplante Impfkampagne für Kinder im Südsudan wurde aufgrund fehlender Finanzierung und eines Impfstoffengpasses verschoben.

«Masernausbrüche könnten vermieden werden,» meint Natalie Page, Gesundheitsberaterin von Medair im Südsudan. «Die Kinder im Südsudan haben es verdient vor einer Ansteckung geschützt zu werden. Eine Impfung ist die effektivste und kostengünstigste Art den Ausbruch der Krankheit zu vermeiden. Wir stecken gegenwärtig in einer Notsituation». Gemäss UNICEF liegen die Kosten für eine Impfkampagne bei USD 1.30 pro Kind.

Mit Beginn der Regenzeit wird der Zugang zu entlegenen Dörfern zu einer grossen Herausforderung. Helikopterflüge, Bootsreisen und Fussmärsche durch Sumpfgebiete stehen auf der Tagesordnung. Einige Impfkampagnen müssen voraussichtlich um Monate verschoben werden.

Weltweit gesehen sind Masern auf dem Vormarsch. Als eine der 10 grössten Bedrohungen für die Gesundheit im Jahr 2019 nennt die Weltgesundheitsorganisation die ‚impfkritische Einstellung‘.[1] Die USA meldeten Masernfälle in 20 Staaten – inklusive New York City. In der Schweiz wurden allein in diesem Jahr 97 Fälle gemeldet, im Vergleich dazu waren es 2018 in der gleichen Zeitperiode nur 15 Fälle. Währenddessen Familien im Südsudan für die Möglichkeit einer Impfung ihrer Kinder lange Fussmärsche auf sich nehmen.

Nachdem ein Masernausbruch im Bezirk Gogrial West im Südsudan gemeldet wurde, startete das Nothilfeteam von Medair eine Impfkampagne. Bisher konnten 140 000 Menschen geimpft werden. Um Ansteckungen in einer Gemeinschaft zu verhindern, müssen mindestens 95% der Kinder unter 15 Jahren geimpft werden. Nach Ablauf der Kampagne wird das Notfallteam für weitere betroffene Regionen im Südsudan zur Verfügung stehen.

Masern ist eine hochansteckende Krankheit, die hauptsächlich durch Husten und Niesen übertragen wird. Zu den Hauptsymptomen gehören Fieber, Schnupfen, gerötete Augen und Hautausschlag. Als Komplikationen können Lungenentzündung, Durchfall und Gehirnentzündung auftreten. Weltweit sind Masern die Hauptursache für Todesfälle bei Kinder, welche durch eine Impfung hätten vermieden werden können.[2] Insbesondere in Kombination mit Mangelernährung wird die Krankheit zu einer grossen Gefahr. Gemäss Hochrechnungen wird dies im Verlaufe des Jahres für nahezu eine Million Kinder sowie 600 000 schwangere und stillende Frauen im Südsudan zutreffen.[3]

[1] WHO Ten Threats to Global Health 2019

[2] United States Centres for Disease Control and Prevention, 16/02/2018

[3] UNOCHA 2019 Humanitarian Needs Overview

Kontakt für Medien und Journalisten

Medienanfragen richten Sie bitte an:

Südsudan: Sue O’Connor, Communications Officer
comms-sds@medair.org
+211 (0)92 747 5150

Schweiz: Iris Fontana, Medienstelle Deutschschweiz
iris.fontana@medair.org
+41 (0)76 472 33 64

In abgelegenen Dörfern werden Impfkampagnen mit dem Lautsprecher angekündigt. Für die Impfung ihrer Kinder nehmen Familien oft stundenlange Fussmärsche auf sich. Mit der herannahenden Regendzeit wird das Erreichen dieser Gemeinschaften zu einer grossen Herausforderung.

Medair ist eine international tätige humanitäre Organisation. Medair bietet Nothilfe und Wiederaufbau für von Naturkatastrophen, Konflikten und Krisen betroffene Familien.

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Medair’s Nothilfeteam im Südsudan wird von der EU, der britischen Regierung (UK aid) und privaten Spendern unterstützt. Für Fotos (hohe Auflösung) aus den Einsatzgebieten im Südsudan kontaktieren Sie bitte Sue O’Connor: comms-sds@medair.org.

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Die Inhalte dieses Artikels basieren auf Aussagen von Medair-Mitarbeitenden und wiederspiegeln nicht den Standpunkt anderer Organisationen.